Was ein virtuelles Sekretariat leisten kann (und was nicht)

10. März 2011 12:43

Bis vor etwa einem Jahr hatten wir in unserer Firma ein kleines Luxusproblem. Je mehr unser Geschäft mit Businesskunden in Schwung kam, umso mehr Anrufe unserer Kunden und Interessenten liefen ins Leere oder auf den Anrufbeantworter, wenn wir mal eine Besprechung hatten oder anderweitig unterwegs waren. Nicht optimal. In größeren Unternehmen gibt es dafür Sekretärinnen, die alle Anrufer abfangen, weiterleiten oder deren Anliegen aufnehmen. Doch eine Vollzeitkraft für ausschließlich diesen Job wäre bei uns auch nicht ausgelastet gewesen. Was also tun?

Immer erreichbar sein, ohne zum Hörer greifen zu müssen

Inspiriert durch das Buch “Kopf schlägt Kapital” von Günther Faltin, buchte ich einfach mal den Sekretariatsservice von ebuero. Das Ganze funktioniert so, dass eingehende Anrufe nach einer bestimmten Zeit oder sofort an das ebuero weitergeleitet werden, wo sich dann ein Mitarbeiter im Namen unserer Firma meldet und das Anliegen des Anrufers sowie dessen Kontaktdaten aufnimmt. Will ein Anrufer jemanden von uns persönlich sprechen, wird er entweder weitergeleitet, oder der Mitarbeiter richtet ihm aus, das man gerade außer Haus ist, im Gespräch oder sonst etwas, je nachdem, wie man es vorher als Tagesplan hinterlegt hat. Anschließend bekommt man vom ebuero-Mitarbeiter eine Mail mit den Gesprächsinfos, so dass man sich gleich darum kümmern kann. Wie bei einer Vollzeitsekretärin kann man so sicher gehen, dass alle Anrufe von morgens bis abends qualifiziert angenommen werden.

Und immer wieder eine neue Stimme

Aber wie schafft es denn das ebuero immer erreichbar zu sein, wenn mehrere Leute gleichzeitig anrufen? Indem es ganz einfach die Anrufe auf mehrere Mitarbeiter verteilt. Ruft also ein Kunde zwei Mal am Tag an, kann es sein, dass er zwei unterschiedliche Sekretärinnen an die Strippe kriegt. Das ist zwar besser als auf dem Anrufbeantworter zu landen, aber auch gleichzeitig der erste Punkte, an dem eine solche Outsourcing-Sekretariatslösung an seine Grenzen stößt. Gerade bei dauerhaften Geschäftskontakten kann sich so auch mit der Zeit der Eindruck eines Callcenters einstellen.  Ebenso ausbaufähig ist der persönliche Kontakt zwischen uns und den Telefon-Mitarbeitern. Es gibt zwar die Möglichkeit, bestimmte Leitlinien oder generelle Infos zur Art der Anrufannahme zu vergeben, aber darin erschöpft es sich weitgehend.

Echte Arbeitsentlastung für Freelancer, Startups und Kleinunternehmen

Alles in allem hat mir das ebuero aber eine eine echte Arbeitsentlastung gebracht, und unsere Kunden haben so immer eine menschliche Stimme als Ansprechpartner anstatt automatischer Annahmeschleifen, die andernorts teils einfach nur nerven. Und die Sache mit den unterschiedlichen Telefonistinnen kann auch ganz lustige Nebeneffekte haben. Man muss sich nämlich an erstaunte Fragen von Freunden oder Geschäftspartnern gewöhnen:

“Sag´ mal, habt ihr schon wieder ´ne neue Mitarbeiterin?”

“Tjahaa, wir expandieren halt von Woche zu Woche!”, gebe ich dann augenzwinkernd, auf dicke Hose machend zurück. Die kleinen diebischen Freuden des Alltags.

Bei zunehmender Mitarbeiterzahl dürfte sich wohl eher eine interne Kraft für den Job anbieten, doch für Freelancer, Startups, Kleinunternehmen oder andere Unternehmer, die ihre Struktur möglichst flexibel halten wollen, ist ein solches virtuelles Sekretariat wirklich empfehlenswert.

So, wiederhören, der Herr Kucklick ist jetzt zu Tisch.

Ähnliche Artikel:

Teile diesen Artikel mit anderen ...
    Empfehle diesen Artikel bei

    Möchtest du neue Artikel künftig per Email bekommen?
    Dann trage hier einfach deine Email-Adresse ein:
    Hast du irgendwann keinen Bock mehr darauf, kannst du dich jederzeit wieder abmelden.

    Weitere Möglichkeiten, auf dem Laufenden zu bleiben:
    RSS Twitter Facebook

    Tags:

    2 Kommentare

    • Hallo Thorsten,

      ein schöner Beitrag über ein interessantes Thema mit dem ich auch schon die ein oder andere Erfahrung gemacht habe.

      Bezüglich den wechselnden Geschprächspartnern:

      Wenn ich mich nicht irre, ist es bei eBüro so, dass sich das System merkt bei welcher Dame ein Anruf landet. Ruft die gleiche Nummer öfter an, so wird der Anrufer, wenn möglich, zu der gleichen Dame verbunden. Das funktioniert zwar nicht immer, ist aber ein guter Ansatz wie ich finde.

      • Thorsten Kucklick

        Hallo Norbert, Danke für den Tipp! Ich werde mal versuchen, das auch bei uns sicherzustellen. Da heißt es mal wieder Finetuning.

    Artikel Kommentieren und Mitschnacken


    Weitere Artikel

    • Wie Du Deine Ortsunabhängigkeit optimal nutzt & die besten Locations findest

      Wie Du Deine Ortsunabhängigkeit optimal nutzt & die besten Locations findest

      Dies ist ein Gastbeitrag von Katja Andes. Katja ist Gründerin von Sunny Office, einer Plattform für Gründer, Freelancer und Kreative, die zeitweise an schönen Orten außerhalb von Städten gemeinsam wohnen und arbeiten. Viele Unternehmer und Freelancer arbeiten zu einem großen Anteil bereits rein digital und damit ortsunabhängig. Die einzig relevante Voraussetzung in diesem Fall ist ein Arbeitsplatz mit gutem WiFi. Warum noch in einem Büro sitzen – vor allem in der kalten Jahreszeit – anstatt auf der Terrasse bei 25 [...]

      Weiterlesen... →
    • Der Werkzeugschuppen meiner Online-Tools

      Der Werkzeugschuppen meiner Online-Tools

      Lange Listen mit Tools zu bestimmten Funktionen sind ja gut und schön, wirklich nutzen wird man am Ende aber normalerweise nur ein oder vielleicht zwei Tools einer Sorte. Daher will ich heute mal durch den Werkzeugschuppen meiner Online-Tools gehen, die ich immer und immer wieder nutze. Übrigens, das sei bei dieser Gelegenheit auch mal erwähnt: Die Links zu den jeweiligen Tools gestalte ich in diesem Blog hin und wieder als Affiliate-Links. Wenn jemand auf einen solchen Link klickt und später [...]

      Weiterlesen... →
    • Die Fahrplankarte des Online-Marketing

      Die Fahrplankarte des Online-Marketing

      Online-Marketing ist mittlerweile in seinen vielen Methoden, Techniken und Buzzwords derart vielfältig, dass manchmal eine Art Komplett-Überblick gar nicht schlecht wäre. Ein wenig Ordnung ins Chaos brachte kürzlich eine Infografik der britischen Agentur hallam, die alle möglichen Instrumente des Online-Marketing in Form eines U-Bahn-Fahrplans darstellt. “The Digital Marketing Map” haben sie die Karte genannt, und es lohnt sich definitiv, die Karte einmal durchzuforsten. Struktur im Dickicht des Online-Marketing Was in der Infografik vor allem deutlich wird, sind die Zusammenhänge zwischen [...]

      Weiterlesen... →
    • Der Gründer ohne Büro – Ein Interview mit Thomas Jakel von Strandschicht

      Der Gründer ohne Büro – Ein Interview mit Thomas Jakel von Strandschicht

      In meiner Interview-Reihe mit Gründern, die ihre Unternehmen per Bootstrapping hochgezogen haben, gibt uns heute Thomas Jakel Einblicke in seine Gründerstory und seine Arbeit bei Strandschicht und dem Ideacamp. Thomas erklärt, wie Strandschicht konkret als virtuelles Unternehmen funktioniert und wie er es schafft, das Unternehmen zu führen, während er mit dem Fahrrad von Berlin nach Indien unterwegs ist. Dazu gibt er Einblicke, wie Strandschicht seine Kunden gewinnt, und wie  die Macher das Unternehmen ohne fremdes Kapital aufgebaut haben. Außerdem zeigt Thomas [...]

      Weiterlesen... →
    • Geschäftsmodelle mit WordPress Premium Themes – Für wen sich die Website-Vorlagen eignen

      Geschäftsmodelle mit WordPress Premium Themes – Für wen sich die Website-Vorlagen eignen

      Wer WordPress als Content Management System (CMS) für kommerzielle Zwecke einsetzen will, um damit ein bestimmtes Geschäftsmodell abzubilden, kommt in der Regel an den sogenannten Premium Themes nicht vorbei. Sei es eine Agentur, die ihre Leistungen und Referenzen darstellen will, eine Reiseseite oder ein Webshop – die WordPress Premium Themes sind immer eine gute Basis für professionelles Design und bringen meist auch eine ganze Palette an Features mit, aus denen sich die unterschiedlichsten Funktionen umsetzen lassen. Die zentrale Frage, der [...]

      Weiterlesen... →
    More in Mobiles Arbeiten, Outsourcing, Tools & Services (47 of 49 articles)